Aktive Talentsuche: So gewinnen Unternehmen die besten Azubis

Die Suche nach Auszubildenden hat sich deutlich verändert: In einer Zeit, in der Unternehmen nicht mehr nur wählen können, wen sie einstellen, sondern auch darum buhlen müssen, von potenziellen Auszubildenden ausgewählt zu werden, kommt es darauf an, dass sich Unternehmen als attraktive Ausbildungsbetriebe und Arbeitgeber präsentieren.

Die heutigen Jugendlichen, die zur Generation Z gehören, legen besonderen Wert auf Arbeitsbedingungen, die ihre individuellen Bedürfnisse und Wünsche erfüllen. Ein respektvoller Umgang auf Augenhöhe ist für sie keine leere Floskel, sondern eine Grundvoraussetzung. Anerkennung und eine transparente Kommunikation sind ebenso wichtig wie ein harmonisches Miteinander mit Vorgesetzten. Unternehmen können deshalb davon profitieren, wenn sie ein positives Arbeitsklima schaffen und Führungskräfte sich nahbar und als vertrauensvolle Ansprechpartner positionieren. Die Generation Z sehnt sich nach Autonomie und einem tieferen Sinn in ihrer Arbeit. Eigenverantwortliches Handeln wird hochgeschätzt und die Aufgaben sollten nachvollziehbaren Mehrwert bieten.

Die digitale Transformation als Chance nutzen

Ebenso spielen Stabilität in Krisenzeiten und gute Weiterbildungsmöglichkeiten eine große Rolle. Unternehmen können weiterhin davon profitieren, wenn sie Karriereperspektiven aufzeigen und das Bedürfnis junger Menschen nach einer ausgewogenen Work-Life-Balance im Blick haben. Die fortschreitende Digitalisierung ist ein zentraler Faktor in der modernen Arbeitswelt und spielt auch bei der Talentsuche eine wichtige Rolle. Statt Smartphones und Co. am Arbeitsplatz zu verbieten, können Unternehmen überlegen, wie diese sinnvoll in den Arbeitsalltag integriert werden können. Gleichzeitig können Ausbildungsbetriebe junge Talente besonders gut über Online-Plattformen und soziale Medien erreichen, auf sich aufmerksam machen und junge Menschen gezielt ansprechen. Auch Bewerbungsprozesse können mehr und mehr digitalisiert und damit vereinfacht werden.

Einbeziehung von Eltern und Schulen

Die Meinung der Eltern und anderer Vertrauenspersonen, wie Freunde, spielt bei der Berufswahl junger Menschen eine entscheidende Rolle. Deshalb ist es für Unternehmen auch wichtig, nicht nur Schülerinnen und Schüler anzusprechen, sondern auch deren Eltern. Klassische Werbemittel wie Zeitungsannoncen, Radiospots und Bannerwerbung können dabei wirkungsvoll sein. Kooperationen mit Schulen, Veranstaltungen und die Präsenz von Auszubildenden als Botschafter können die Sichtbarkeit von Ausbildungsbetrieben erhöhen.
Die Suche nach Auszubildenden ist keineswegs auf Schulabgänger beschränkt. Studienabbrecher, Umschüler und Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen können eine wertvolle Bereicherung für Unternehmen sein auf dem Weg zu mehr Diversität.

Den Dialog suchen – Online und offline

Zusätzlich zu den attraktiven Arbeitsbedingungen können auch kleine Boni das Interesse potenzieller Auszubildender wecken: Monatliche Zuschüsse, Unterstützung für Fitnessstudio-Mitgliedschaften, Fahrsicherheitstrainings oder internationale Praktika sind Beispiele für zusätzliche Anreize. Auf diesem Weg können Unternehmen sich ebenfalls von Mitbewerbern abheben.
Nicht zu unterschätzen ist die Wirkung von Mundpropaganda: Auszubildende können als authentische Botschafter Schülerinnen und Schüler auf Augenhöhe ansprechen und von ihren persönlichen Erfahrungen berichten. Auch dafür sind Kontakte in Schulen, auf Ausbildungsmessen und über Kooperationen hilfreich und können dazu beitragen, junge Talente auf sich aufmerksam zu machen.

Dies ist ein Artikel des IHK-Magazins wirtschaft im Rahmen der #könnenlernen - Inforeihe.

Zum Autor

Florian Krampe, gelernter Industriekaufmann und Ausbilder, berät und unterstützt als Azubi-Finder IHK-Mitgliedsunternehmen bei der Suche und dem Finden von Auszubildenden. Nähere Informationen auch unter www.azubi-finder.de